Hexenkessel

Ab und zu muss man mal alles anders machen. Oder so. Dachte ich mir. Ich liebe meine bunten Stränge, aber ich wollte mal experimentieren. Eintunken und Mikrowellenfixieren macht Spaß, Becherchen mit Farbe über Stränge verteilen ist auch ganz super.

Aus dem Urlaub in Holland hat mein Sohn sich letztes Jahr Hagelslag mitgebracht, bunte Zuckerstreusel, die in Holland gern auf dick gebuttertem Weißbrot gegessen werden. Solche Streusel mag ich nicht auf Brot, ich bin da eher die Pommesfraktion, aber davon ab. Ich wollte Streusel auf Wolle. Bunt.

Also habe ich ein wenig experimentiert und freue mich allmählich an den Ergebnissen, von denen hoffentlich möglichst viele auch hier im Shop landen!

Viel Spaß mit den streusligen Strängen aus dem Hexenkessel.

Träume von der grünen Insel

Vor vielen Jahren habe ich einige Irlandreisen unternommen, Jugendreisen, Radtouren … Einmal sind meine Freundin und ich getrampt, weil wir eigentlich wandern wollten, was aber mit Rucksack und Zeltgepäck gar nicht so einfach war. Mit meinem ersten eigenen Auto haben wir auch eine Reise dorthin gemacht. Immer wieder hab ich diese Irlandsehnsucht gehabt, die grüne Insel hat mich sehr fasziniert. Das ist alles schon lange her, und inzwischen ist das wohl alles nicht mehr so, wie ich es damals erlebt habe.

Aber immer wieder, wenn mir das weiche Tweedgarn von Chester Wool zum Färben in die Hände gerät, habe ich das Gefühl, ich möchte Irland färben. Dazu gehören natürlich immer Grün- und Blautöne. Aber da Irland ist auch karg und felsig. Dies kommt durch die weißen, grauen und braunen Noppen des Tweeds schön zum Ausdruck.

Irland. Irgendwie muss ich da mal wieder hin. Einstweilen färbe ich halt meine Träume in die Wolle. Diese Farben hier haben mich an einen Radausflug zum Gap of Dunloe erinnert.

Erstes Grün

Dieses Jahr hatte der Winter uns lange im Griff. Sogar am Osterwochenende lag noch Schnee. Aber wenn ich in den Garten oder in den Park gehe, dann kann ich bei all den Erdtönen, dem dunklen Grün der Nadeln auch schon einen winzigen Hauch Frühlingsgrün an den Bäumen entdecken. Wenn man genau hinschaut, dann sieht man die ersten Blattknospen. Bald explodiert es wieder in schönen intensiven Leuchtegrüntönen. Das liebe ich. Aber auch diese erste grüne Verheißung ist einfach nur wunderschön.

Ich habe versucht, das auch auf Wolle zu bringen:

Akustische Überlastung führt leicht zu Funkenflug

Wie ich neulich schon schrieb, mag mein elfjähriger Sohn inzwischen auch mal ganz gern mit in den Färbekeller gehen. Am Wochenende hatten wir uns überlegt, was wir färben mögen. Für den Sohn hatte ich einen Tweedstrang aus meinen alten Resten vorbereitet, und ich hatte mir unter anderem einen bunten Chester-Tweed zurechtgehaspelt, um noch ein Kaleidoskop färben zu können.

So ging es dann los. Der Sohn wollte gern das neue PatchworkPro-Rot probieren, und ich wollte mich eben an das Kaleidoskop machen. Ich rührte ihm einen Becher Rot an und dachte, er sei nun etwas beschäftigt, aber er erzählte und färbte und verlangte nach Gelb, weil nicht überall Rot sei und erzählte und erzählte, dass es einerseits eine wahre Freude war, andererseits etwas schwer, sich so insgesamt zu konzentrieren.

Dann war mein Kaleidoskop fertig zum Fixieren, und ich war etwas verwundert, so in dem Teil meines Hinterkopfs, der nicht mit dem Geplauder des Sohns beschäftigt war. Die Wolle glänzte gar nicht so, wie ich es von der Chesterwolle gewohnt war. Nunja, ich fixierte und schaute dann dem Sohn über die Schultern … Hmpf!

Hier des Rätsels Lösung:

Das ist mein Kaleidoskop.

Hier kommt der Strang des Sohns:

Seht Ihr, wie schön die Wolle glänzt? Und die schönen bunten Tweednoppen?

Irgendwie ist mir der „alte“ Tweed untergekommen, und der Chestertweed landete beim Sohn. Immerhin hat er, besser als ich es jemals zuvor geschafft habe, ein wunderbar warmes Rot hinbekommen. Auch das Gelb hat er gut eingearbeitet, ein schöner semisolider Strang ist dabei herausgekommen. Er nennt es „Funkenflug“.

 

Effekthascherei

Von der Firma Supergarne kommt ein neues Garn, von dem ich probehalber einige Stränge bestellt habe. Mir gefällt es – vor allem gefärbt – sehr gut. Es ist nicht nur durch die Multicolor-Effekte (sic!) schön anzuschauen, nein, es ist auch sehr weich. Und ich kann mir vorstellen, dass daraus sehr schöne Socken oder Schals oder Mützen oder Tücher werden. Die ersten zwei Stränge habe ich gefärbt und stelle sie in den Shop.

Wenn es Anklang findet, werde ich mehr davon bestellen.

Zu profan

Ich bin ja eigentlich keine Freundin des Denglischen. Warum soll man etwas in falscher Fremdsprache ausdrücken, was sich mit einem stinknormalen (deutschen) Wort viel besser und treffender formulieren lässt? Man nehme das Handy. Nein rufen Sie nicht an! Ich rede nur von dem Wort. Klar gibt es das im Englischen, aber es ist ein Adjektiv und heißt „handlich, praktisch“ etc. Wenn ich bei der Arbeit mit unserem Hausmeister einen Kaffee trinken möchte, dann gehe ich mit ihm nicht ins Café (was ja auch schon ein Fremdwort ist), nein, wir sitzen in der Coffee Lounge, und noch schlimmer, es ist nicht mehr der Hausmeister, neinnein, es ist der freundliche Mitarbeiter vom Facility Management. Bei der Bahn kaufe ich meine Fahrkarte nicht mehr am Schalter, sondern am ServicePoint usw.

Und nun komm ich. Da hab ich einfach mal so eine regenbogige Sockenwolle gefärbt. Und wenn ich doch über Handy und ServicePoint ablästere, dann sollte ich sie doch auch einfach Regenbogen nennen. Aber irgendwie ist die so bunt, da ist mir der Regenbogen zu profan, und ich finde, da hört sich etwas Italienisches viel bunter an. Und darum heißt das jetzt: Arcobaleno!

Ringeldinge

Ich mag ja diese GumGum-Socken. Jede Reihe eine neue Farbe, das ist superbunt und schön. Da hab ich mir gedacht, man müsste es doch auch so färben können, dass sich beim Sockenstricken ein ähnlicher Effekt ergibt wie beim GumGum. Eine Reihe einfarbig, die nächste buntbuntbunt. So kam ich auf die Idee, die Ringelreihen zu färben.

Wenn man Glück hat, klappt es sogar beim Abstricken. Hier mal ein kleines Beispiel:

Zuerst habe ich die Ringelreihen auf Hightwist von Zitron gefärbt, aber im Moment erscheint mir das BFL-Hightwist von Chester Wool passender.

Hier kommt ein neuer Kandidat, ganz frühlingshaft:

Zeit

Als ich meine ersten Stränge zum Thema „Rückblick in Farbe“ färbte, nahm ich mir fest vor, sobald wie möglich selbst einen davon zu verstricken, um zu schauen, ob das, was ich ausdrücken wollte, auch ausgedrückt wird. Tja, leider hab ich das erst mal nicht geschafft. Inzwischen verwende ich ein ganz anderes Tweedgarn, was mich gerade zu diesem Thema viel mehr überzeugt, weil es so wunderbare monochrom wirkende Noppen hat.

Nun wollte ich aber doch mein Vorhaben umsetzen und habe mir sofort einen Strang auf die Seite gelegt und dann auch mit dem Stricken begonnen.

Von dem Ergebnis bin ich dann auch schwer begeistert und mag inzwischen die Socken kaum noch ausziehen. Nicht nur, dass es ein wunderbar wilderndes Muster ergeben hat, nein, die Wolle selbst ist einfach nur hach! Wie eine weiche leichte Wolke schmiegen sich die Socken an die Füße. Ich bin verliebt!

Und weil das Stricken damit solch einen Spaß gemacht hat und weiter machen wird, habe ich mir noch eine neue Serie ausgedacht, deren erster Prototyp heute in den Shop wandert. Voila, ich präsentiere stolz das „Kaleidoskop“!

Der Effekt des hellen und des dunklen Graus ist ähnlich dem der „Rückblick“-Serie, aber anstelle einer einzigen Knallfarbe kommt hier der Regenbogen zum Einsatz. Und um das noch schöner wirken zu lassen, habe ich den bunten Donegal Tweed von Chester Wool verwendet. Ich hoffe, ich komme auch bald in den Genuss, das zu verstricken!

Aber auch das ist wohl, um auf die Überschrift zurückzukommen, eine Frage der Zeit!

Kein Einhornpups

Ich habe keinen Einhornpups gefärbt. Und das kam so:

Der Sohn des Hauses wollte auch einmal mit färben. Und so suchte ich ihm einen Strang heraus und band ihn ab (den Strang) und weichte ihn ein (den Strang) und ging mit dem Sohn in den  Färbekeller. Ich zeigte ihm die Chamäleontechnik in der leichten Variante, und der Sohn tupfte seinen Strang in diese und jene Farbe, und alles war schön. Ein wenig brachte mich sein begleitendes Geplauder aus dem Takt, aber immerhin, es war ein Familienevent.

Dann war er fertig. Und das Unheil nahm seinen Lauf. In der Einweichschüssel hatte ich so einige Stränge und sogar auch einen Sock Blank. Ich hatte großes vor an diesem Sonntagnachmittag.

Der Sohn aber war fertig und verspürte etwas Langeweile und inspizierte mein Farbtopfregal. Ich ahnte nichts böses, bis ich hinter mir ein „Oooops.“ vernahm. Aber da war es schon zu spät, in der Einweichschüssel befand sich nun neben Wasser und Essig und diversen Strängen auch rotes (!) Farbpulver.

Die meisten Stränge habe ich retten können. Den Sock Blank habe ich danach selbst vermurkst. Aber einen Einhornpups konnte ich aus dem eingeweichten Glitzergarn nicht mehr färben.

Und so kommt es, dass es nun im Shop einen Strang zu kaufen gibt, der „Kein Einhornpups“ heißt:

Und hier noch das Chamäleon des Sohnemanns:

Treppenviertelcowl No. 2

Nachdem nun der erste Cowl fertig ist, stricke ich nun einen für meine Mutter, die Geburtstag hatte und auch gern einen warmen Hals hätte. (Oh, ich hoffe, hier schaut sie nicht rein …)

Ich verwende für diesen Cowl nicht das Hightwist von Atelier Zitron, sondern die Gipfelwelten-Wolle von Schmusewolle. Ich muss sagen (und schreiben), dass ich ganz begeistert bin. Die Wolle ist so schön weich, das ist auch beim Stricken sehr angenehm. Sie lässt sich gut verstricken, gibt ein feines Maschenbild. Ich bin gespannt, ob der Cowl (mit gleicher Maschenzahl wie beim ersten Cowl, der mit Hightwist gestrickt war) dieselben Ausmaße hat wie der erste.