Laternenumzug

Bei uns auf dem Dorf gibt es jedes Jahr im November einen großen Laternenumzug. Und zwar ist der gar nicht mit soviel Spielmannszug und Rammtammtamm, wie ich es aus meiner Kindheit kenne. Nein, das ist sehr besinnlich. Da es ja ein St. Martins-Umzug ist, darf natürlich ein Pferd mit einem bemantelten St. Martin darauf nicht fehlen. Dieses Pferd führt also den Umzug an. Sorgfältig gibt die Freiwillige Feuerwehr acht, dass alle Autos anhalten. Da man die Feuerwehrleutchen ja kennt, wird ein abendlicher Klönschnack gehalten, und weiter gehts. Neben St. Martin schreitet der Dorfpastor mit seiner Gitarre einher und versucht, den Umzug musikalisch zu begleiten. Das klappt nicht immer, ist aber dennoch sehr inbrünstig und wird von allen Kindern lauthals mitgesungen.

Und so wandern wir dann durch das abendliche, novemberneblige Dorf. Und wir wandern um den Dorf-Ententeich, so dass sich ganz um den nebligen Teich im gräulichen Licht ein leuchtend bunter Lichterwurm windet.

Das wollte ich schon immer einmal färben. Ich habe also ein Projekt und färbe lauter bunte Laternchen im nebliggrauen Abend. Und so kommt dann hier der Prototyp:

Ein langer Weg …

Als junges Mädchen habe ich eine Jugendreise nach Irland gemacht und war schnell dem Charme des Landes, der Landschaft und auch der Menschen verfallen. So zog es mich immer wieder dorthin. Ich habe Irland sozusagen intensiv bereist, bin dort mit dem Fahrrad und dem Zelt unterwegs gewesen, habe getrampt, später waren wir dann auch mit dem eigenen Auto unterwegs, aber auch dann meist mit Zelt. Es waren immer Low Budget Reisen, die dennoch ganz schön ins Geld gingen und auch viel Fahrerei mit sich brachten.

Darum war ich jetzt schon viele viele Jahre nicht mehr dort. Aber ich würde so gerne mal wieder nach Irland fahren, weil ich es immer noch im Herzen trage, das Land, die Landschaft, die Menschen. Es hat sich viel verändert, seit ich das letzte Mal da war, und den ganz ursprünglichen Charme wird man dort wohl nicht mehr erleben. So gerne aber würde ich meinem Sohn die Rundtürme, die Dolmen im Burren, die Moorlandschaften und und und zeigen. Mal sehen, irgendwann wird es klappen. Und bis dahin habe ich jedesmal Fernweh, wenn ich Tweedwolle färbe und habe die wunderschöne irische Musik in den Ohren, so auch das Lied “It’s a long way from Clare to here”. Hier ist also der Strang des langen Weges 🙂