Eigentlich

Als ich über das Konzept des Buntfadens nachdachte, damals, habe ich hin und her überlegt, ob ich versuchen sollte, stets mehrere Stränge wenn schon nicht in gleicher, dann in ähnlicher Färbung anzubieten. Ich habe mich dagegen entschieden, aus mehreren Gründen. Der eine davon war, dass die meisten meiner Kundinnen sehr gern ein absolutes Einzelstück erwerben. Außerdem mag ich natürlich gern an einen Verkäufen ein wenig verdienen, in erster Linie möchte ich aber Spaß am Wollefärben haben, und ich fürchte, der ginge mir verloren, wenn ich auf Zuruf immer wieder die gleichen Farben auf die Wolle tun würde. Es gibt natürlich, weil ich nun mal ich bin, immer wieder sehr sehr sehr ähnliche Stränge, die man super zusammen verarbeiten kann. Es gibt natürlich außerdem die Serienstränge, die mir relativ leicht von der Hand gehen und somit eine Ausnahme zu dem „ich färbe alles nur einmal“ darstellen. Und es gibt Notsituationen, in denen eine Strickfrau mir beichtet, dass sie nur noch ein bestimmtes Garn verstricken kann und ob ich nicht bitte den auf zu dünnem Garn erworbenen Strang auch noch einmal auf dickem Garn färbe. Die Einhornpupse, die Lichterketten, die Rückblicke, die gehen mir mittlerweile fast im Schlaf von der Hand. Kein Problem. Eine Herausforderung ist es dann schon eher, wenn man in einer neuen, noch nicht so gut beherrschten Färbetechnik reproduzieren möchte.

Letzte Woche hab ich einen wunderschönen Strang gefärbt und beschlossen, den zu behalten. Nun möchten aber auch andere so einen schönen Strang haben. Also üb  ich. Es ist noch nicht perfekt, aber man kann eine Ähnlichkeit erkennen, oder?

Dies war der Strang von der letzten Woche.

Und gestern hab ich dann den gefärbt.

Ich üb das noch, denn diese Stränge machen mir einen solchen Spaß. Fürs Erste wird das eventuell eine neue Serie, namens Unterwasserwelt.

 

Berg gegen Meer

Gestern färbte ich einen Strang in leuchtenden  Türkis- und Grüntönen und war ganz überzeugt, ich würde ihm irgendeinen sehr meerigen Namen geben. Und damit wäre er ja hier im Buntfaden nicht allein, denn ich merke manchmal, dass ich farb- und namensgebungsmäßig durchaus sehr meereslastig bin. Maritim kann man nicht sagen, dann wäre es eher leuchtturmig. Nein, es sind Wassertöne.

Und nun sitze ich hier und betrachte den Strang und überlege, welcher Name der richtige sein könnte.

Dieses Jahr geht es nach Ameland, ans Meer, mal wieder. Also ein Meeresname, mal wieder. Und ich überlege und überlege und denke an Berge. Denke an die Almwiesen, über die wir vor zwei Jahren wanderten, an den Himmel, der wohl nirgends so blau strahlt wie in den Bergen. Und es ist kein Meeresstrang, sondern es ist ein Bergwiesenstrang.

„Auf der Alm“