Zu profan

Ich bin ja eigentlich keine Freundin des Denglischen. Warum soll man etwas in falscher Fremdsprache ausdrücken, was sich mit einem stinknormalen (deutschen) Wort viel besser und treffender formulieren lässt? Man nehme das Handy. Nein rufen Sie nicht an! Ich rede nur von dem Wort. Klar gibt es das im Englischen, aber es ist ein Adjektiv und heißt „handlich, praktisch“ etc. Wenn ich bei der Arbeit mit unserem Hausmeister einen Kaffee trinken möchte, dann gehe ich mit ihm nicht ins Café (was ja auch schon ein Fremdwort ist), nein, wir sitzen in der Coffee Lounge, und noch schlimmer, es ist nicht mehr der Hausmeister, neinnein, es ist der freundliche Mitarbeiter vom Facility Management. Bei der Bahn kaufe ich meine Fahrkarte nicht mehr am Schalter, sondern am ServicePoint usw.

Und nun komm ich. Da hab ich einfach mal so eine regenbogige Sockenwolle gefärbt. Und wenn ich doch über Handy und ServicePoint ablästere, dann sollte ich sie doch auch einfach Regenbogen nennen. Aber irgendwie ist die so bunt, da ist mir der Regenbogen zu profan, und ich finde, da hört sich etwas Italienisches viel bunter an. Und darum heißt das jetzt: Arcobaleno!