Hauptsache bunt!

Meine Einhörner waren in den Farbtöpfen wohl etwas übermütig, und so pupsen sie nicht nur weiß mit Regenbogenglitzer, sondern lassen mir auch funkypunky bunte Einhornpupse (natürlich auch mit Regenbogenglitzer, denn was wäre ein Einhornpups ohne Regenbogenglitzer???) in der Werkstatt. In den nächsten Tagen finden die auch ihren Weg in den Shop. Es einhornt!

Von Argonauten und Widdern, Wollbüscheln und anderen weichen Dingen

Die Altsprachler unter uns kennen sicherlich die Sage von Jason, seinen Argonauten, Medea und dem Goldenen Vlies.

Meine Übersetzungskünste durfte ich (es mag in der neunten Klasse gewesen sein) an diesem Kapitel ausprobieren. Aber die Geschichte fängt ja schon viel früher an, das Drama hat mehr Akte, als ich eigentlich wusste. Da gab es nämlich König Athamas, der sich mit seiner Frau Nephele nicht mehr so gut verstand und sich eine neue Frau, die Ino, aussuchte. Damals war die Sache mit dem Kindswohl und dem Wechselmodell für Alleinerziehende wohl noch nicht so bekannt. Jedenfalls war die Ino sauer, dass da schon zwei Kinder vorhanden waren. Nephele hat sich schon gedacht, dass für ihre Kinder, Helle und Phrixos, die Lage brenzlig werden könnte, und so bat sie Hermes um Hilfe. Hermes hat ihr den Chrysomallos (auch Chrysomeles) geschickt, einen flugfähigen Widder mit goldenem Vlies. Dieser schnappte sich die Kinder und flog mit ihnen fort gen Osten. Helle ist unterwegs runtergefallen, aber Phrixos kam wohlbehalten in Kolchis am Schwarzen Meer an. Der arme Chrysomallos, der immerhin das kostbare Kind heile abgeliefert hatte, wurde aus Dank geopfert. Sein Fell, das Goldene Vlies wurde im Heiligen Hain von Ares aufgehängt und dort von einem Drachen bewacht, der nie schlief.

Dann geht es in altbekannter Manier weiter, Iason möchte die Nachfolge seines Vaters, König Aison, antreten, sein Onkel Pelias gestattet ihm das aber erst, wenn er das Goldene Vlies aus Kolchis bringt. Iason macht sich also mit den Argonauten auf den Weg, besteht allerlei Abenteuer, verliebt sich in Medea usw. usw.

Ich habe den Lateinunterricht gemocht und auch die Geschichten von Iason und den Argonauten gern gelesen.

Aber im Nachhinein fällt mir auf, dass wesentliche Informationen fehlen! Chrysomallos ist ein zusammengesetztes Wort aus Chrysos (Gold) und Mallos (Wollbüschel). Ein goldenes Wollbüschel! Als Wollfärberin und Wollverkäuferin kann ich sagen: So geht das  heutzutage nicht! Es fehlen Angaben über Gewicht, Lauflänge, geeignete Nadelstärke. Und überhaupt: Was für Wolle mag das gewesen sein? Widder … Synthetik wird es nicht gewesen sein. Aber wenn ich mir die Wolle so mancher Schafe anfasse, frag ich mich, ob es ein kratziges Vlies war? Genaues werden wir wohl nie erfahren.

Eines weiß ich aber gewiss: Die magisch-flauschigen Einhornvliese sind superkuschelweich, enthalten 80% Schurwolle (nämlich feinste Merinowolle) und noch dazu 20% Polyamid, sie sind superwashig und prima für Socken, Mützen, Schals und hachige Babydecken! Magischflauschig halt. Vielleicht wäre das Drama um Iason und Medea gut ausgegangen, wenn sie statt ihres Goldenen Vlieses ein magisch-flauschiges Einhornvlies mit auf die Flucht aus Kolchis genommen hätten. Hach! Was für ein Glück, dass diese Stränge jetzt im Shop zu bestellen sind!