Die Wolle, das Hemd und der Koch

Neulich habe ich beschlossen, dass ich etwas kürzer trete. Natürlich ist es eine große Freude, wenn der Brötchenjob getan ist, der Haushalt entweder ignoriert oder oberflächlich in Ordnung gebracht wurde und der Sohn beschäftigt oder im Bett … also das ist toll, wenn man dann auch noch fünf oder sechs oder sieben oder mehr Stränge Wolle produziert. Bis nix mehr geht.

Also hab ich mir Entschleunigung vorgenommen. Und es auch gut durchgehalten in den letzten Tagen. Bis auf gestern.

Gestern kam ich von der Arbeit heim, der Sohn war noch in der Schule. Flugs haspelte ich einige Stränge auf das richtige Format. Danach kam der Sohn, wurde bespaßt und so weiter. Nachdem er dann aber zur Jugendfeuerwehr abgedampft war (auch Kinder haben ein Sozialleben), war die Bahn frei für eine genüssliche Färberunde. Zwei Stränge hatte ich mir vorgenommen. Mehr nicht. Das ging schnell, das Regenbogenwiesenset ist ja auch grade schon im Shop gelandet.

Dann musste der Sohn abgeholt werden, das Abendessen bereitet, der Sohn ins Bett gebracht werden. Feierabend. Da noch genug Energie übrig war, dachte ich mir, ach, zwei Stränge gehen noch. So war es, die beiden Stränge landen morgen im Shop. Sind schön geworden.

Nun ist aber Schluss, rief ich mir zu, das reicht! Ich begab mich zufrieden aufs Sofa und zappte durch die Programme, wo sich nix Entspannendes fand. Da fiel mir ein, dass ich neulich eine Kochsendung aufgenommen hab. Das kuckt sich immer so schön, denken muss man auch nicht, prima! Da lag ich also und entspannte mich und schaute ganz begeistert den TV-Koch an. Dieser trug ausnahmsweise ein Hemd und keinen Kochkittel. Und irgendwie ein Tuch und eine Jacke. Oh.

Oh! Diese Farben! Ich war begeistert. Die müssten auf die Wolle. Morgen gleich. Morgen!

Leider ließ sich das nicht auf morgen verschieben, ich machte den Fernseher aus und flitzte in den Keller. Das war dann der fünfte Strang …

Er ist so schön geworden, den kann ich ausnahmsweise nicht in den Shop tun. Das wäre ja auch merkwürdig, ein Strang mit dem Namen “Der Fernsehkoch” 🙂

Regenbogen

Gestern habe ich zum ersten Mal ein neues Garn zum Färben probiert: LifeStyle, einmal mehr aus dem Hause Atelier Zitron. Von der Wolle, die ich dort bestelle, bin ich jedesmal aufs Neue begeistert, und auch dieses Garn ist einfach nur toll! Dank reiner Merinowolle ist es sooooo weich, und es lässt sich hervorragend färben und natürlich auch stricken. Da es etwas dicker ist als herkömmliches 4fädiges Sockengarn, arbeiten wir mit Nadelstärke 3-3,5 mm, so dass natürlich auch das Stricken flott von der Hand geht. Es hat eine Lauflänge von 310 m.

Ich habe daraus noch ein Tuchset gefärbt, passend zur Jahreszeit, wo jetzt alles bunt blüht, in den Farben des Regenbogens.